Müssen Telefonanbieter ihre Kunden vor Werbeanrufen schützen?


Über die Osterfeiertage erreichten uns einige Meldungen über Anrufe, bei denen versucht wurde den Angerufenen ein Produkt schmackhaft zu machen. Dass dabei auch viele Nutzer betroffen waren, die sogar einen Sterneintrag haben, machte diese Anrufe noch unseriöser. Dazu passend versuchte der Bundesrat in Zusammenarbeit mit Konsumentenschutzorganisationen und Telefonanbietern neue Regelungen zu finden.

Nachdem eine Motion zum Verbot von Werbeanrufen von Krankenkassen abgelehnt wurde, versuchten die letzten Tage Organisationen des Konsumentenschutzes mit Abgeordneten des Bundesrates Werbeanrufe auf einer anderen Ebene einen Riegel vorzuschieben. Bei Gesprächen mit Vertretern der drei großen Telefonanbietern Orange, Swisscom und Sunrise kam aber nur heraus, dass die Interessen beider Parteien unterschiedlich gerichtet sind.
Die Organisationsvertreter wollten beispielsweise durchbringen, dass die Telefonanbieter 0800er Nummern gänzlich kostenfrei für den Anrufer machen und das nicht nur vom Festnetzanschluss aus, sondern auch für Handynutzer. Für andere Mehrwertdienstnummern sollten die Preise vorher bekannt sein. Zu Beginn jedes Anrufs müssten die Kosten klar verständlich angesagt werden. Für die Anbieter gehe dies zu weit, da zum Beispiel bei Auskünften durch die Ansage wertvolle Zeit verstreicht. Des Weiteren soll einem Großteil der Kunden klar sein, was diese Nummern kosten.
Der Schutz vor Werbeanrufen aus dem Ausland stand auch zur Debatte. Speziell Anrufe von ausländischen Callcentern müsste man präventiv sperren können, was Swisscom sogar begrüßt.

Anhand der derzeitig am nervigsten empfundenen Nummern können wir sagen, dass eine Reglementierung von Werbeanrufen durchaus sinnvoll wäre.

Im Moment fühlen sich sehr viele tellows Nutzer von den Nummern 0912087006, 0445083331 und
0615522360 gestört und alle drei sollen für unerwünschte Werbeanrufe verwendet werden.

cbnx: Sehr direktes und nach Hinweis zum mangelnden Interesse überaus arrogantes und unhöfliches Telefonmarketing.
Solche Unternehmen beschmutzen den Ruf der (oft seriösen)Versicherungsmakler.

Diesen Einwand von „cbnx“ darf man nicht außen vor lassen. Nicht jedes Telefonmarketing ist gleich unseriös. Wenn man ausdrücklich Werbeanrufen zugestimmt hat, dann ist es legitim, dass ein Unternehmen diese Anrufe auch durchführt. Die Nummer sind in den seltensten Fällen aber vorher bekannt und eine kategorische präventive Blockierung gesamter Nummernblöcke sperrt nicht nur unseriöse Werber, sondern auch seriöse aus.

Für viele Nutzer wäre es zumindest schon einmal ein Anfang, wenn der eigene Anbieter unkomplizierter die Nummernsperrung durchführen würde. Nicht jeder hat eine Fritzbox oder tellows Produkte in Verwendung und wenn die einzige Möglichkeit die Blockierung durch den Anbieter ist, dann sollte diese schnell und kostenlos erfolgen.

Eine weitere denkbare Maßnahme wäre, dass man direkt beim Vertragsabschluss gefragt wird, ob bestimmte Nummern einen anrufen dürfen. Einige Verbraucher wissen womöglich nicht einmal, dass man ganze Nummernblöcke sperren kann. Ließt man dann Kommentare, wie den von Sue

Hallo zusammen, sperrt doch einfach die Nummern der lästigen Anrufer auf euren Telefonen und ihr habt Ruhe.

bedenkt man oft nicht, dass es für viele leider nicht so einfach ist.

Durch die Verwendung von vielen Nummern des gleichen Nummernblocks bringt in vielen Fällen das Sperren einzelner Nummern nicht einmal etwas, da die Anrufer, wenn sie merken, dass die Nummer blockiert wird, einfach eine andere verwenden. Durch den begrenzten Platz auf Sperrlisten kann dieses Vorgehen früher oder später zum Problem werden. Ein guter Lösungsweg kann in solchen Fällen die Anschaffung von tellows Scorelisten oder anderen Produkten sein. Diese bieten auch präventiv Schutz und schonen somit die Nerven und den Geldbeutel.

Selbstverständlich wäre die beste Lösung, wenn Werbeanrufe an sich nur noch bei vorheriger und ausdrücklicher Zustimmung erfolgen würden. Gleich lautende Gesetzes gibt es zwar schon, aber derzeit scheinen die möglichen Strafen zu gering zu sein oder das Risiko überhaupt eine Anzeige zubekommen, wird als zu gering eingeschätzt.
Befindet sich dann das Callcenter auch noch im Ausland, ist die Strafverfolgung umso schwieriger.

Aber was denkt ihr: Müssen Telefonanbieter verstärkt ihre Kunden schützen?

Wenn die Quelle nicht gerade der eigene Anbieter ist, so kann man sich auch fragen, inwieweit ein überlegterer Umgang mit der eigenen Nummer viele störende Anrufe verhindern könnte. Nutzer „Andresky“ sieht die Sache recht realistisch:

Keine Ahnung woher die die haben.
( bild oder blick gewinnspiele evtl da weiterverkauft ?)

Gibt man seine Nummer nur Freunden, Verwandten und Bekannten, dann ist die Wahrscheinlichkeit geringer, unliebsame Anrufe zu erhalten. Aber selbst, wenn man niemanden seine Nummer gegeben hat, kann man diese Art der Anrufe erhalten. Wenn Callcenter mit zufallsgenerierten Nummern arbeiten, dann hilft der sorgsame Umgang auch nichts mehr.
In solchen Fällen hat man leider Pech gehabt, dass zufällig die eigene Nummer erzeugt wurde.
Um sich vor solchen Anrufen noch schützen zu können, kann man bei einigen Telefonen Anrufe von Nummern, die sich nicht im Telefonbuch befinden, direkt umleiten lassen. Erfolgt die Umleitung auf eine nicht vergebene Nummer beziehungsweise an eine Nummer, deren Simkarte beispielsweise in einem ausgeschalteten Handy ist, existiert die eigentlich verwendete Nummer für das betreffende Callcenter nicht. Natürlich kann man auf diese Weise auch Anrufe verpassen, die überhaupt nicht unseriös sind oder zum Beispiel, wenn ein Freund eine neue für den Angerufenen unbekannte Nummer hat.

Gänzlich vermeiden lassen sich störende Anrufe also niemals, aber man kann selbst präventiv Schutzmaßnahmen ergreifen. Wünschenswert wäre es zudem, wenn Telefonanbieter und Gesetzgeber ihre Möglichkeiten des Schutzes ausweiten würden. Als Endverbraucher ist man in den meisten Fällen leider hilflos. Durch diverse Hilfsmittel kann man unseriöse Nummern zwar entlarven und diese auch für die Zukunft sperren, aber gegen die eigentlichen Anrufe selbst kann man nicht viel unternehmen.

Wir halten euch über mögliche Neuigkeiten in diesem Fall selbstverständlich auf dem Laufenden und wünschen euch eine angenehme restliche Woche,

euer Team von tellows.

Quelle: 20min.de

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